Aufgewärmtes

In der Kürze liegt die Würze

Wer einen Text schreiben möchte, sollte darauf achten, dass er die Sinne seiner Leser anspricht,seine Geschichten mit Adjektiven würzt. Aber Vorsicht!     Jeder der kocht weiß, Gewürze sind sparsam zu dosieren, zu viel des Guten und das Ergebnis wird ungenießbar und so ist das mit dem Schreiben auch.
Was mich darauf schließen lässt, dass Metzgermeister Fleischmann (der heißt wirklich so) von Reweka auf gar keinen Fall kochen kann. Also ich wurde eher vorsichtig, als mir letzte Woche in großen Lettern folgender Satz entgegensprang:

Kaufen Sie jetzt unsere herzhaft – leckere, wohlschmeckende, bekömmlich, würzige, extra dicke Currywurst!

Da läuteten aber alle Alarmglocken bei mir, da muss doch was faul sein, im schlimmsten Fall die Wurst. Kurze Zeit später las ich im Dorfkurier, dass in den letzten Tagen ein Großteil der Einwohner mit Magendarmproblemen zu kämpfen hatte. Wer sachts denn? Wäre die Wurst nur lecker gewesen, wäre das nicht passiert. Überall wird mit Adjektiven nur so um sich geworfen, wahrscheinlich gabs die irgendwo im Sonderangebot. Gestern bei Waldi: Nur für kurze Zeit! Unsere fluffig – lockeren, leichten, zartschmelzenden, knusprigen Schokoschaumwaffeln, im formschönen, super günstigen Mehrzweckeimer. Bevor man da fertig gelesen hat, sind die Dinger schon abgelaufen.
Den absoluten Vogel allerdings, hat der Klamottenladen am Marktplatz, abgeschossen. Nichts ahnend schlenderte ich an den Ständern mit der (Achtung!) gerade neu eingetroffenen Mode, in den frischen Farben des Herbstes vorbei. Die frischen Farben des Herbstes, nun mir fällt da ganz spontan, quittengelb, feuerrot, rostbraun, kürbisorange und ja, auch moosgrün ein. Aber niemals nie würde ich auf – camouflagekaki, kackbraun, anthrazit, betongrau und die frischeste aller Herbstfarben, schwarz –  kommen. Jetzt mal ehrlich, sowieso schon gebeutelt von Herbstdepressionen, wirft man sich da doch direkt vor den nächsten Zug.
Und was steht dann in der Zeitung?
… die als lebenslustige, hilfsbereite, fröhliche, stets positiv denkende und über alle Maßen attraktive, bekannte Mitvierzigerin, setzte plötzlich und unerwartet, an einem Herbsttag, der sich in seinen frischesten Farben präsentierte, ihrem Leben ein Ende. Sie lies sich spontan, vor den mit irrer Geschwindigkeit heranrasenden, kreischenden ICE gleiten. Ihre Gliedmaßen fand man, in den neben den Gleisen befindlichen abgeernteten Feldern, zwischen den letzten, verbliebenen Herbstblumen dieses langsam schwindenden Sommers. Den herbeigeeilten Rettungskräften bot sich ein grausiges, bizarres, schockierendes und auch unendlich trauriges Bild. Die Beisetzung fand an einem trostlosen, wolkenverhangenen, für die Jahreszeit recht warmen, böig bis stürmischen Donnerstag statt.

Lieses kleiner Ratgeber für die artgerechte Männerhaltung

Schon seit tausenden von Jahren wird der Mann als Begleiter der Frau gehalten. Galt er früher noch als Gebrauchsmann, in dem er als Jäger, Ernährer, Häuslebauer, Beschützer und zur Vermehrung diente, wird er heute immer öfter als Liebhaber, treuer Wegbegleiter, Ehemann, spleeniges Hobby und bessere Hälfte gesehen.

Dennoch – bevor Frau sich für einen Mann im Haus entscheidet, sollte sie bedenken, dass sich von dem Augenblick an, in dem ihr Süßer einen festen Platz in ihrem Reich haben wird, alles ändert.
Doch keine Angst, beachtet die Frau einige wichtige Regeln bei der Anschaffung und dem Zusammenleben des Mannes, gibt es durchaus Verbindungen, die ein Leben lang halten und sehr harmonisch verlaufen. Es gibt sogar Frauen, die sich ein Leben ohne den Mann an ihrer Seite gar nicht mehr vorstellen können. Hilfreich ist, wenn Frau schon einige Erfahrung im Umgang mit Männern hat. Sollte es der erste Mann sein, rate ich von der Im – Haus –  Haltung ab.

Will Frau sich also einen Mann zulegen, gilt zu beachten, die für sie am besten passende Art zu wählen. Der Langhaarveganer ( nicht zu verwechseln mit dem Langhaarlackel!) im Hanfhemd und Synthetik Sneakers, der oft zu Geruchsbildung an den Füßen neigt, der große Beau mit Hang zur Pedanterie und ausgeprägtem Sexualtrieb, der Jogger Daniel, dessen wichtigste Spielzeuge Puls-Uhr und Kalorienverwertungstabelle sind (Chips und Schokolade im Haus sind hier ein absolutes Tabu!), der kleine Klops, der gerne auf der Halbglatze gekrault wird, an Kurzatmigkeit leidet und mit sehr wenig Bewegung auskommt, der bullige Thierry, der ein recht hohes Agressionspotential aufweist und eine starke Führung beansprucht, hierfür eignen sich besonders starke und selbstbewusste Frauen. Bei den, wegen ihres smarten Aussehens, sehr beliebten italienischen Exemplaren, sollte Frau beherzigen, dass sie beim Anblick anderer Frauen unter erhöhtem Speichelfluss und dem damit verbundenen Sabbern leiden. Es gibt aber auch noch den normalen Mann, den ich mit bestem Gewissen empfehlen kann, er lässt sich mit ein paar Tricks gut domestizieren und ist sehr gelehrig. Ich selbst befinde mich in der glücklichen Lage, solch einen Prachtkerl in meinem Haushalt zu haben, obwohl er langsam in die Jahre kommt, hat er noch volles Haar, einen muskulösen Körperbau, die eigenen Zähne und trägt ohne Murren schwere Lasten des Samstageinkaufes. Der normale Mann eignet sich im Übrigen bestens zum Leben in der Familie.
Ist der richtige Mann gefunden, muss genau überlegt werden, wie dem neuen Mitbewohner ein angenehmes und vor allem artgerechtes zu Hause geboten werden kann. Da alle Männer, egal welcher Art, oft noch bis ins hohe Alter einen ausgeprägten Spieltrieb besitzen, empfiehlt es sich noch vor der Ankunft des zweibeinigen Lieblings eine Grundausstattung an Spielutensilien zu besorgen. Sehr beliebt sind Akkuschrauber, so wie ein großes Sortiment an Schrauben, Schlagbohrer, Kettensäge und falls sie über ein Grundstück verfügen, der Aufsitzrasenmäher. Freuen wird er sich auch über die bereits festinstallierten Programme, Sport 1, Eurosport, Sportschau, die PS Profis und in einigen Fällen diverse Kochsendungen, auf der Favoritenliste ihres Fernsehgerätes. Ganz wichtig! Der Mann braucht immer einen Ort an den er sich zurückziehen kann, hierfür eignen sich besonders gut, geräumige Garagen oder leerstehende Kellerräume, die er sich dann nach Belieben einrichten kann. Bei der Erziehung sollte darauf geachtet werden, dass ihm immer viel Lob und Bewunderung ( am besten immer ein paar Leckerlis bereit halten) und der nötige Zuspruch zuteil kommt, dann steht einem harmonischen Zusammenleben nichts mehr im Weg. Zum Schluss muss ich leider noch das heikle Thema Krankheiten ansprechen. Männer sind sehr anfällig und Verfügen über ein ausgeprägtes Leidenspotential, am häufigsten tritt, der „gemeine Männerschnupfen“ und das „Schatzichglaubichhabfieber-Syndrom“, auf. Auch wenn es nicht so scheinen mag und ihr beständiges Jammern und Winseln uns an die Grenzen des Erträglichen bringt, in den meisten Fällen überlebt der Mann. So, dies waren die wichtigsten Punkte die es, für die Männerhaltung, zu beachten gibt.
Zusammengefasst bedeutet das Leben mit Mann: Verantwortung und Pflichten, aber auch ganz viel Vergnügen, Liebe und Glück.

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