Von einem Sommer in dem mich beinahe nichts aus der Ruhe brachte

Dass es auch mal gut tut gar nichts zu tun, Geist und Körper verschnaufen und sich von nichts und niemanden aus der Ruhe bringen zu lassen (auch nicht von einem Ehemann, der einem mit Thrombosestrümpfen vor der Nase rumwedelt), habe ich ja bereits erwähnt. Ich verlebte meinen Sommer also völlig tiefenentspannt, was um mich herum passierte war mir völlig egal – beinahe!

Am Strand liegend und vertieft in mein Buch, nahm ich den Mann, der sich neben mir aufbaute erst gar nicht wahr. Bis er mir mit seinen Zeigefinger, in meine Schulter bohrte. Ich blickte auf und sah einen rosaroten Typen mit Schildkäppi und Sonnebrille mit integriertem Nasenschutz.
„Entschuldigns junge Frau, oaber des geht ja fei goar net, dass Sie hier meine Liegn vereinnahmen und mei Handduach in den Dreck schmoaßen.“
„HÄÄÄH??“
Jetzt wurde mir demonstrativ ein Handtuch mit der Aufschrift – Mia san mia und hier san mia doahoam! – ins Gesicht gehalten.
„Sie glaubens doch net ernsthaft, das i um sechse in der Früh hier her radl, damit Sie oanfach des Handtuch in den Dreck werfen.“
Er deutete auf den feinen weißen Sand zu unseren Füßen.
„Ah, Sie meinen mit Dreck den Sand, der hier blöderweise überall rumliegt.“
Jetzt schüttelte er wild den Frottelappen auf mir aus. „Darum gehts hier doch gar net, Sie können doch net einfach des Handtuch von der Liegn entfernen.“
„Das geht schon, das sind hier nämlich freizugängliche öffentliche Liegen oder steht hier etwa Ihr Name drauf?“ Langsam ging mir derTyp auf die Nerven und ich ihm wohl auch, sein Hautton veränderte sich nämlich von rosarot in neonpink.
„Nein a b e r   m e i n   H A N D T U C H!!“
„Ach so und alles, worauf Ihr Handtuch liegt, das geht dann automatisch in Ihren Besitz über?!“ Boah, „Handtuchaufdieliegenleger“ so was kann ich ja gar nicht ab und deshalb hab ich mich da vielleicht auch ein bisschen reingesteigert.
„Das heißt, Ihnen gefällt da vorne die Strandmuschel, Handtuch drauf und schwupps gehört sie Ihnen oder die hübsche Blondine da hinten, Handtuch drauf und …“
Weiter kam ich gar nicht mehr, er drehte sich um und schnaufte mir im Gehen noch einen höflichen Gruß zu: „Ach l… mi doch oam Oar… du bleede Fo… „.
Mein Mann kam mit meiner Tochter aus dem Wasser, „was wollte der Typ denn?“
„Ach nix, wir haben uns ein bisschen übers Surfen unterhalten, er ist das erste Mal hier. Hab ihm noch gesagt, das man hier sein Zeugs besser mit ein paar großen Steinen sichert, sonst wird alles weggeweht.“

Zwei Tage später musste ich mich leider noch Mal kurz aus der Ruhe bringen lassen. Von zwei weckleblonden Psychopathenkindern, aber das erzähl ich vielleicht ein anderes Mal.

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